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Immer mit der Ruhe
Cycling & Mountain Bike - Germany
September, 1995

By Martin Enenkel

Sie ist der dauerbrenner der vergangenen jahre: Nirgendwo kann man billiger karibikurlaub machen als in der dominikanischen Republik. Biker zieht es vor allem in den norden nach Cabarete - Zur "Iguana Mama".

"Que linda es mi patria!", "Wie schön ist meine Heimat!", schwärmt der kleine Dominkaner-Junge. In der Tat: Das Panorama, das der Parque Nacional Armando Bermúdez bietet, ist atemberaubend. Weit schweift der Blick über die Cordillera Central, bleibt am mächtigen Pico Duarte hängen, mit 3175 Metern der höchste Berg der dominikanischen Republik, bevor er sich in der Dichte des Dschungels verliert - dort, wo man im Sattel eines Mountainbikes auf abenteuerlichen Buschpfaden die Reize dieser Karibik-Insel entdecken kann. Die Ursprünglichkeit, in der die Menschen hier leben, beeindruckt immer wieder. Und die Fröhlichkeit, die sie verbreiten, ob bei der Arbeit oder daheim, wenn laut der Merengue, die Nationalmusik, aus den Hütten schallt. Dem Charme dieses "no hay prblemas", dieser "Es-gibt-keine-Probleme" - Mentalität kann man sich kaum entziehen. Und oft wird der Freme mit einem kurzen "tranquillo" - "immer mit der Ruhe" - daran ernnert, daß die Karibik in einem weitaus entspannteren Takt lebt.

Mag sein, daß man dies im hektischeren Cabarete vermissen wird. Doch dieser Ort an der Nordküste, der sich in den vergangenen Jahren zum Surf - und Freizeitmekka entwickelt hat, ist für Mountainbiker der ideale Ausgangspunkt. Hier hat man nicht nur den hügeligen Norden vor der Tür, sondern hier findet man auch die beste Adresse für Biker. Bei MB-Spezialistin "Iguana Mama" gibt’s im gleichnamigen Shop ordentliche Mieträder und anspruchsvolle Tourentips. So kann man sich bei ihr mit diversen Rouenbeschreibungen eindecken und mit der Erforschung der näheren Umgebung beginnen. Schon nach wenigen Kilometern hinein ins Landesinnere hat man wieder die Unruhe hinter sich gelassen und genießt das Leben auf roter Erde. Doch langsam durch den Busch! Schneller als man denkt, kann es glitschig werden, kann aufgeweichte terra rossa intensive Erdekunde aur Folge haben Aber keine Angst vorm Abenteuer, und auch nicht vor hüfttiefen Flußdurchquerungen, die man bestens für kleine Badepausen nutzen kann. Bei Temperaturen, die so gut wie immer über 30 Grad liegen, und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit eine willkommene Erfrischung.

Wärmstens zu empfehlen ist auch eine Tour auf der wildromantischen Halbinsel von Samaná. Eine abwechslungsreiche, streckenweise steile und extrem kurvige Piste führt durch das Innere dieser Halbinsel. In den Wellen einer bezaubernden Hügellandschaft und durch üppige tropische Vegetation kämpft man sich auf eine Höhe von 450 Metern, um dann wieder auf Meeresmiveau hinunterzurollen. Immer wieder zwingen einen wunderschöne Ausblicke auf die malerischen Meeresbuchten zum Anhalten. Doch das Gefühl von Freiheit und Einsamkeit, vom Einssein mit der Natur verflüchtigt sich in Santa Bárbara de Samaná jäh. Dort, wo einst Kolumbus am 12. Januar 1493 vor Anker ging, wird man von Touristen-Heerscharen empfangen, alle in heißer Ertwartung, auf den schneeweißen Strand der berühmten Baccardi-Insel CayoLevantado gebracht zu werden. Bevor man sich von den Fährschiffen überrollen läßt, sollte man lieber zum gerademal zehn Kilometer entfernten und nicht weniger weißen Strand von Las Galeras fahren - und bei Shrimps-Cocktail und jeder Mege Pina Colada die Touristen vergessen, die Bikes ebenfalls und das Leben genießen.

INFOS DOMINIKANISCHE REPBULIK

ANREISE:

Wer in die Dominikanische Republik fährt, sollte eines der vielen guten Last-Minute- und Pauschal-Angebote nutzen. Mountainbiker fliegen am besten nach Puerto Plata und von dort weiter mit einem billigen Kleinbus nach Cabarete (60 km), wo es den einzig vernünftigen Bike-Shop der Insel gibt. Geeignet ist auch das etwas näher liegende Sosua. Weniger gute Standorte für Biker sind die großen Touristenziele wie die Hauptstadt Santo Domingo oder Romana. Nicht zu empfehlen ist auch das beliebte Punta Cana. Außer einer großen Hotelanlage und einem schönen Strand ist hier nichts vorhanden, was den Bike-Gast reizen könnte: keine Berge, keine Trails, keine Verleihstationen.

RESEZEIT:

Die besten Monate zum Biken sind Januar und Februar, zu deiser Zeit ist es trocken, und alle Trails sind befahrbar. Aber auch im März und April sowie Ende Dezember kann man mit guten Bedingungen rechnen. Zwischen Mai und August ist die niederschlagsreichste Zeit, von September bis November können Hurrikans auftreten. Die beste Zeit zum Surfen ist in den Monaten Juni und Juli, denn dann gibt’s starke Winde.

UNTERKUNFT:

Vernünftige Übernachtungsmöglichkeiten sind sogar in den kleinsten Dörfern der Dominikanischen Republik zu finden. Sie kosten je nach Ausstattung zwischen 10 und 20 US-Dollar pro Nacht. Die teuren Hotels finden sich ausschließlich in großen, mit Stacheldraht eingezäunten Resorts direkt am Meer (ab 100 Dollar). Die besten Unterkunftsmöglichkeiten in Cabarete: "Surfers Refugio" (25-30 Dollar, tolle Zimmer, direkt am Strand), "Banana Boat" (recht einfach, aber günstig: 10-15 Dollar), beide liegen an der Hauptstraße. In Sosua: direkt am Meer "Charlies Cabanas" (30 Dollar), im Ort selbst "Palm-Tree Lodge" (20 Dollar). In Las Terranas: Schöne, ruhige und günstige Pensionen und Hotels an der Playa de Punta Bonita (20-40 Dollar), sowie im Ort selbst und am Strand all Klassen (von 10 bis 100 Dollar). In Jarabacoa (dom. Alpen): "Hotel Montana" (30 bis 60 Dollar), "Pinar Dorado" kleines Hotel mit netter Atmosphäre.

KARTEN:

Die besten Karten gibt es bei den Mietwagenstationen vor Ort, insbesondere bei "National". Besser sind fürs Mountainbiken aber ohnehin genaue Tourenbeschreibungen, und die erhält man in Cabarete im Bike-Shop bei "Iguana Mama" (Adresse siehe unten).

BIKE-REVIER:

Schöne Trails auf Sand und Schotter und in allen Schwierigkeitsgraden gibt es vor allem im bergigen Norder der Insel wie Sand am Meer. Besonders empfehlenswert sind die vielfältigen und mitunter abenteuerlichen Touren (auch gute Downhills) in der Nähe von Cabarete und Umgebung, auf der wildromantischen Halbinsel von Samaná und die atemberaubenden Trails in den doinikanischen Alpen (rund um den Ort Jarabacocoa). Achtung: Da es auf manchen Wegen richtig schwierig werden kann, können Schäden am Bike entstehen. Deshalb ist es ratsam, immer die nötigsten Ersatzteile und ien Reparatur-Set dabei zu haben.

BIKE SHOPS/TOURENTIPS:

Die beste Ausgangsbasis für Bike-Touren in der Dominikanischen Republik ist Cabarete an der Nordküste der Insel. Nicht nur, daß die bergige Tropenlandschaft und die in der Nähe liegenden dominikanischen Alpen gute Voraussetzungen liefern, hier gibt es auch den besten Bike-Shop der Insel. Bei "Iguana Mama" (Tel. 809-571-0908) bekommt man gut gewartete Markenräder, den erforderlichen Service dazu sowie neben Tourentips und - beschreibungen auch sehr attraktive Angebote von geführten Touren in abgelegene Regionen des Landes. MB-Verleihstationen findet man auch in Las Terrenas, Sosua und Samaná, doch sind die Leih-Rader oft in einem schlechten Zustand.

SONNEN UND SURFEN:

Sonnenanbeter und Surfer finden in der Dominikanischen Republik beste Bedinungen vor. Die besten Strände im Norden: Las Terranas (Playa Bonita), Las Galeras, auf Cayo Levantado (Baccardi-Strand), Cabo Frances Viejo und in Cabarete; im Süden: Bayahibe, auf der Isla Saona, Boca Chica, Playa Bani; und im Osten: Punta Cana.

LITERATURE:

Zur algemeinen Resevorbereitung: Apa Guide "Dominikanische Republik" (44 Mark) sowie Der "kleine" Taschenreiseführer von DuMont (19,80 Mark). Für Leute, die nur das Notwendigste interessiert: Polyglott "Dominikanische Republik" (12,80 Mark).

REISEVERANSTALTER:

Happy Surf und Ski, Tel.042 98/10 73. Wet Windsurf Reisen, Tel. 08/725 50 95.

WEITERE INFOS:

General-konsulat Dominikanische Republik, Abteilung Tourismus, Fellnerstr. 8, 60322 Frankfurt, Tel. 069/597 03 30.

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